Seminarplan WS 11/12

Wintersemester 2011/12
zur Darstellung beim Lehrstuhl European Studies

Auswahlliteratur zum Proseminar

1.    Europäisierung alias europäische Integration? Begriffswandel und Forschungsstand
„Europäisierung“ ist seit einer Dekade zu einem neuen Synonym für „europäische Integration“ geworden. Was versteht man unter Europäisierung? Wer/was wird europäisiert? Wer/was europäisiert? Wie hat sich der Begriff gewandelt?

2.    Interessenvertretung, Lobbyismus und Zivilgesellschaft – Klärung einer Begriffsvielfalt
Gute Zivilgesellschaft versus böses Lobbying? Das Referat soll die unterschiedlichen Begrifflichkeiten in Beziehung setzen und  Missverständnisse klären. Hierbei sollen unterschiedliche Theorien im Kontext unterschiedlicher kultureller und sprachlicher Traditionen dargestellt werden.

3.    Strategie und Instrumente der Interessenvermittlung
In diesem Referat sollen die unterschiedlichen Formen von Public Relations und Public Affairs dargestellt werden. Welche Instrumente wenden Interessenvertreter in der Politischen Kommunikation an? Was bringt politische Aufklärung und Beratung und wann ist die Grenze zum unlauteren Lobbying überschritten?

4.    Nationale Europakoordinierung und Interessenvermittlung im internationalen Vergleich
Die unterschiedlichen politischen Systeme der EU-Mitgliedstaaten bedingen unterschiedliche Antworten in der Europakoordinierung. Das Referat bietet einen internationalen Vergleich der wichtigsten existierenden nationalen Koordinierungssysteme und ihren Einfluss auf EU-Organe. Lange Jahre waren nationale Regierungen Hauptträger der Europäisierung. Welche weiteren Akteure betreiben nationale Interessenpolitik in der EU? Und welcher Strukturen bedienen sie sich? Gibt es überhaupt noch nationale Interessen in der Europapolitik?

5.    Lobbyisten in Brüssel – Überblick und deutsche Rezeption
Brüssel gilt als Synonym für ein „Lobby-Moloch“. Das Referat untersucht die Lobby-Landschaft der EU-Hauptstadt. Wer ist vor Ort? Welche Arten von Lobbybüros existieren? Welche Rolle spielen die Ständigen Vertretungen aber auch substaatliche Informationsbüros? Auch soll die deutsche Bewertung des Lobbyismus in Brüssel beleuchtet werden.

6.    EU-Organe und -Nebenorgane und Interessenvertretung
Wie gehen die unterschiedlichen EU-Organe und –Nebenorgane mit der Interessenvertretung in Brüssel und Straßburg um? Das Referat gibt einen Überblick zu den Strategien der Institutionen. Einbezogen werden auch hier die Ständigen Vertretungen.

7.    Ein neuer rechtlicher Rahmen für partizipative Demokratie durch Art. 11 EUV?
Der Vertrag von Lissabon hat einen eigenen Artikel für „Partizipative Demokratie“ geschaffen und ermöglicht eine Verbindung zwischen repräsentativen und partizipativen Formen der europäischen Demokratie und Interessenvermittlung. Wie ist der neue Artikel 11 EUV zu bewerten? Welche Antworten gibt das Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Lissabon-Vertrag?

8.    Europäische Öffentlichkeit – Voraussetzung oder Hindernis für EU-Lobbying?
Vielfach wird ein Mangel an „europäischer Öffentlichkeit“  beklagt. Aber wem nutzt diese? Ist die nationale Öffentlichkeit im Mehrebenensystem EU nicht ausreichend? Welche Konsequenzen ergeben sich für die Interessenvertretung?

9.    Deutsche Europakoordinierung und Lobbyismus im Mehrebenensystem
Die Europakoordinierung der Bundesregierung ist im Wesentlichen seit mehreren Dekaden unverändert. Wie funktioniert sie? Welche Auswirkungen hat die verstärkte Einbindung der deutschen Länder und des Deutschen Bundestages? In welcher Beziehung stehen Lobbyismus und Europäisierung zur deutschen Europakoordinierung?

10.    Deutsches Lobbying für europäische Rechtsetzung – Fallbeispiele
In mehreren Fallbeispielen sollen deutsche Initiativen zum europäischen Lobbying dargestellt und bewertet werden: z.B. Frauen in der Bundeswehr, Lebensmittelkennzeichnung, Tabakwerbeverbot.

11.    Transparenzinitiativen und Lobbyregister – Brüssel und Berlin im Vergleich
Es gibt zahlreiche Initiativen zur Transparenz von Lobbyismus in Brüssel und Berlin, die auch von den EU-Institutionen aufgenommen werden. Wo liegen die Grundprinzipien? Wo liegen die Unterschiede zwischen Brüssel und Berlin?

12.    Wiederholung & Zusammenfassung

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