W Social – oder: Ich habe Bluesky gar nicht verlassen

Zumindest werden das die meisten gar nicht merken. Wer mir auf Bluesky folgt, sieht meine Beiträge weiterhin. Man kann sie lesen, kommentieren und teilen wie bisher. FĂĽr meine Community hat sich praktisch nichts verändert. Und doch habe ich neues Territorium betreten. Europäisches. Mein Account @huettemann.eu wird kĂĽnftig von W Social, einem europäischen Anbieter, gehostet. Ich habe also nicht das soziale Netzwerk mit dem „butterfly feeling“ verlassen. Ich habe den Anbieter innerhalb desselben offenen Netzwerks gewechselt. Vielleicht ist genau das die eigentliche Nachricht. Ich habe den Eindruck, viele haben noch gar nicht verstanden, was hier gerade wächst.

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Interessenvertretung in Europa – frĂĽhere Jahrbuchartikel online abrufbar

IEP Berlin

Im Jahrbuch der Europäischen Integration 2024/25 erscheint im Herbst mein neuer Beitrag zur Interessenvertretung in der EU. Darin analysiere ich die Entwicklungen von Juni 2024 bis Juni 2025: Die anhaltenden Kontroversen um das Transparenzregister, die wachsende Bedeutung strategischer Korruption, die Neuaufstellung der Interessenvertretung nach der Europawahl 2024 sowie drohende Kürzungen von EU-Fördermitteln für nichtstaatliche Organisationen. Im Fazit zeichne ich die Perspektiven für 2025/26 nach – von Omnibuspaketen zum Bürokratieabbau über das Rüstungsprogramm „Readiness 2030“ bis hin zum neuen Mehrjährigen Finanzrahmen. Entscheidend wird bleiben, wie EU-Institutionen Integrität und Transparenz im Spannungsfeld geopolitischer Einflussnahme sichern können.

Gute Nachricht: Meine früheren Jahrbuchartikel sind nun im Online-Archiv des Instituts für Europäische Politik (IEP) frei zugänglich. Wer die Entwicklung von #LobbyEU seit 2012 nachvollziehen möchte, findet die Beiträge hier:

👉 Jahrbuch-Archiv – Institut für Europäische Politik

Leider sind die jeweils aktuellen Jahrgänge noch nicht enthalten, die Verlagslobby stemmt sich weiter gegen Opensourcepublikationen, auch bei steuerfinanzierten Projekten, die mehrheitlich Ehrenamtlich getragen sind. Immerhin, das Archiv bietet schon jetzt eine wertvolle Möglichkeit, die Kontinuität und den Wandel in der EU-Interessenvertretung über mehr als ein Jahrzehnt hinweg zu verfolgen.

Auf Nebenwegen: von Conques nach Toulouse

Nächstes Jahr erreiche ich auf #berndscamino die Pyrenäen. Aber erstmal genoss ich 230 Kilometer zwischen Conques und Toulouse. Ich wählte bewusst diesen Nebenweg, um dem Massenpilgern auf der Via Podiensis auszuweichen. Dass ich unterwegs nur einer einzigen Pilgerin begegnen würde, hätte ich allerdings nicht erwartet.

Conques ist in seiner mittelalterlichen Spiritualität eingebettet ein einem für Deutsche unbekannten Frankreich. Ausgerechnet am 14. Juli war Paris gefühlt unendlich weit entfernt – und das sollte auch so bleiben. Der Weg erinnerte mich an meine Erfahrungen vor Le Puy: improvisiert, persönlich, herzlich.

Die meisten Adressen für private und familiäre Unterkünfte erhielt ich von Les Amis des Chemins de Saint-Jacques en Occitanie. Auch deshalb wurde es ein ganz besonderer Weg – ein Fußweg hinein nach Toulouse. Tipps zur Route gibt es hier.

Kurz vor Toulouse
Kurz vor Toulouse

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In fantastisch bestialischer Natur pilgern…

2024 über 300 Kilometer Inspiration: #berndscamino 👣  2.372 km seit Berlin

300 Kilometer lagen zwischen Saint-Étienne und Conques. 2024 führte mich #berndscamino über einsame Plateaus und Vulkanlandschaften des Zentralmassivs, durch malerische Dörfer und zu christlichen Stätten des Weltkulturerbes. Meinen Weg nach Santiago hatte ich 2023 auf dem wenig frequentierten #lechemindesallemands in der Nähe von Saint-Étienne beendet. Hier setzte ich 2024 wieder an. Es dauerte noch einige Tage, bis ich das Pilgerzentrum Le Puy-en-Velay erreichte, den beeindruckenden Ausgangspunkt der #viapodeniensis. Dies ist der Weg, den Pilger:innen aus Süddeutschland und der Schweiz traditionell wählen.

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Danke, Du bist eine echte Demokratin! Sagen wir nie…

Lille demokrati im Europäischen Jugendzentrum in StraĂźburg ĂĽben 1992 (rechts) – Demokratie bei EBD-Mitgliederversammlung 2024

Hand aufs Herz: Wann haben wir zuletzt zu einer Nachbarin oder einem Kollegen gesagt: „Danke, Du bist ein echter Demokrat!“? Vermutlich selten. Oder wann hat uns zuletzt jemand für unsere Konsens- und Kompromissfähigkeit im Alltag gelobt, vielleicht mit den Worten: „Ich mag dich, du bist eine echte Demokratin!“ Stattdessen wird oft bloßes Engagement gewürdigt – wofür wir natürlich dankbar sind. Aber reicht das? Nein, häufig hinterlässt es eher ein Gefühl von Unbehagen, Unzufriedenheit oder sogar Wut. Danke für nichts?

Mein Editorial im Scheinwerfer Das Magazin gegen Korruption 104/2024

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Herbst in der europäischen Lobby

Der Qatar-Gate-Skandal scheint nun in weiter Ferne, und es wird zunehmend unwahrscheinlicher, dass Eva Kaili in Belgien wegen ihrer mutmaßlichen Verwicklung in den Korruptionsfall vor Gericht gestellt wird. Dennoch hat sich das Integritätssystem im europäischen Gesetzgebungsprozess weiterentwickelt. Obwohl es für viele nicht weit genug geht, bewegt es sich in die richtige Richtung. In zwei Handbuchkapiteln über Lobbying in der Europäischen Union und in meinem jüngsten Jahrbuchartikel Interessenvertretung in der EU habe ich einige Übersichten über den Integritätsrahmen der EU gegeben.

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Hach! What a 🦋 butterfly feeling nach dem Tod von Twitter

Wie sagte noch Jerry Fish? „It takes balls to be a butterfly“! Aber der Schmetterling von Bluesky hat es geschafft. Ăśber 10 Millionen Accounts sind eine klare Ansage an X. Dazu kommt: Bluesky ist das Revival von Twitter, so wie wir es einst kannten. Der trumpverliebte Narzisst Elon Musk hatte zuvor den Twitter-Vogel mit einem einfachen X getötet. Doch der Schmetterling von Bluesky lässt sich nicht so leicht ersticken. Bluesky ist dezentral wie Mastodon, aber dennoch professionell gefĂĽhrt. Das macht Mut.

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Europa ist es immer wieder wert

Auf #berndscamino in Lothringen

Europäische Demokratie, Solidarität und Handlungsfähigkeit. Vor dem Sommer konnte ich ein wenig für europapolitische Positionierung der katholischen Kirche in Deutschland zuarbeiten.

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#EuroComo-Glaskugel in Adenauers Ferienvilla

Eine Prognose fĂĽr die EU und Europa im Jahr 2030 und einige Einblicke in die strategische Planung und die Seele der EVP sowie die Erwartungen des Think Tank aus mehr als 15 europäischen Ländern gewĂĽnscht? Auf geht’s nach Cadenabbia! Es war mein 12. KAS-Workshop zu europäischen Themen, vulgo #EuroComo, ein groĂźartiger Anlass fĂĽr Brainstorming und Expertengespräche in der ersten deutschen Kanzlerferien-Villa la Collina am Comer See. Wie immer war die Veranstaltung ein fantastisches Zusammentreffen von FĂĽhrungskräften, politischen Entscheidungsträgern und Experten, um ĂĽber die wichtigsten Herausforderungen und Chancen der EU zu diskutieren und Strategien zu entwickeln. Da ich nicht parteigebunden bin und das größte deutsche Netzwerk fĂĽr EU-Angelegenheiten in Deutschland vertrete, bin ich besonders dankbar, dass ich von Chatham House gesicherte Einblicke in die Europäische Volkspartei und ihre deutschen Mitgliedsparteien CDU und KAS erhalten habe. Sehr demokratisch!

Meine Take-Aways auf English 

Die wohl freundlichste Region Frankreichs – von Cluny an die Loire #berndscamino

Cenves

Von Cluny 240 km und erstaunliche 4.400 m rauf und runter in das Loire-Tal. Nach dem von Infrastruktur verwöhnten Burgund kam ich in eine touristenferne abwechslungsreiche gebirgige Region, die an Freundlichkeit vielleicht gerade deshalb kaum zu überbieten war. Tolle Menschen, (Wein-)Seligkeit und wunderbare Natur ließen es nie langweilig werden. Ich habe auf dieser Etappe auch 2.000 km von Berlin nach Santiago geschafft, was ich bei Saint-Haon-le-Châtel ordentlich feierte. Denn auch wenn ich die Pilgermetropole Le Puy-en-Velay noch nicht ganz erreicht habe, ich ahne, dass das einsame Pilgern mit schwieriger aber individuell gastfreundlicher Übernachtungssuche bald ein Ende haben wird. Nach Cluny waren die Highlights tolle Gastgeber:innen: ob marianische Schwestern oder Privatunterkünfte samt Weinberg, alles war dabei. Zwei echte Pilger traf ich sogar und am Ende dieses Weges eine liebe ex-Berlinerin. Aber ich genoss auch wieder das individuelle Erleben meines Weges.  Ob es die letzte einigermaßen einsame Etappe war, bevor auf der Via Podiensis das befürchtete Massenpilgertum beginnt?

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