von Kloster Amelungsborn nach Kloster Corvey

Die letzte Etappe durch Niedersachsen führte mich in meine westfälische Heimat. Ich habe schon wieder geschlunzt. Eigentlich hätte ich locker einen Abschnitt über den Pilgerweg Loccum-Volkenroda laufen können.  Allerdings hätte ich bis auf das unendliche und recht traurige Holzminden auch einige nette Landschaften und das Schloss Bevern verpasst. Uhnd der Weg über den Solling hätte glatte 10 Kilometer länger gedauert.

Das Frühstück im evangelischen Kloster war reichhaltig und originell. Danach trennte sich meine erste Pilgergemeinschaft mit anständigem Abstand. Singlepilgern war angesagt und mein Weg sollte eh bald Richtung Weser weisen. Die Natur bis Bevern war ausnehmend schön.

Negenborn und Großer Everstein sind mir noch gut in Erinnerung. Bevern kannte ich noch aus meinem Geschichtsstudium. Das Weserrenaissance-Schloss ist sehenswert, wenn auch in seiner Geschichte bedauernswert. Zwischen Bevern und Holzminden wurde es ausnehmend langweilig. In Holzminden selbst führte mich mein Weg an unendlichen Pionier-Kasernen vorbei. Ein erstes Zeichen, dass bald ein größerer Fluss kommt. Holzminden selbst machte fast so einen traurigen Eindruck wie Helmstedt. Irgendwie Zonenrandgebiet. Und ich dachte immer jenseits der Weser in Höxter sei es ohne Zukunft.  Aber vielleicht war ich auch nur an einem falschen Tag in der „Duftstadt mit Weltgeltung“ angelangt. Immerhin wurde hier das Vanillin entdeckt und die meisten Pariser Parfüms haben hier ihre Grundlagen. Aber wenn es Wohlstand geben sollte, so ganz sicher nicht in der oft verlassenen Altstadt. Immerhin war die ev. Lutherkirche eine „verlässlich geöffnete Kirche“.

Aber dann, endlich endlich, erreiche ich gleich bei der Kirche und hinter dem selten republikanischen Reichspräsidentenhaus die Weser, der Grenzfluss zu Nordrhein-Westfalen. Irgendwo in den Weserauen zwischen Kiesgruben kam ich dann etwas südlicher über die Grenze. Den Fluss selbst konnte ich bei Lüchtringen überqueren, um dann gen Kloster Corvey zu wandern.

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Endlich kam ich in meiner Heimatregion an. Und das über das UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Corvey, eine ehemalige Abtei, der einige meiner Vorfahren im Oberwaldischen Distrikt des Hochstifts Paderborn über Generationen den Tribut gezahlt haben. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel man dann doch noch laufen kann, wenn der Ort denn magisch genug ist.

Ich habe mit Corvey/Höxter Nordrhein-Westfalen erreicht. Dank Sturm Xavier ist meine Zugbindung aufgehoben und so ich konnte ich in St. Kiliani noch einen Pilgerstempel ergattern.

die nächste Etappe geht durch das Hochstift gen Paderborn! Zwei Tagesmärsche entfernt!