
Vielleicht ist Ostdeutschland gar nicht so ostdeutsch, wie wir darüber reden. Warum wählen Menschen autoritär? Wegen DDR-Erfahrung, Transformation, wirtschaftlicher Benachteiligung? Alles richtig – und doch greift mir die Ost-West-Erklärung zu kurz. Ein Ostberliner Handwerker, katholische Vereinsdemokratie, sowjetisch geprägte Aussiedlersiedlungen in Westdeutschland, meine Jugendbesuche im „DDR-Abenteuerland“, drei Jahre in der Slowakei – und ein wiedergefundener „Zitterbacke“ haben für mich mehr miteinander zu tun, als man zunächst denkt. Ausgangspunkt ist ein spannendes FAZ-Interview mit Magnus Brechtken. Mein eigentlicher Punkt aber ist ein anderer: Demokratie braucht mehr als demokratische Institutionen. Sie muss von einer eigenverantwortlichen pluralistischen Gesellschaft getragen werden.








